Liebe 2.0: Sind echte Frauen bald überflüssig?

Liebe 2.0: Sind echte Frauen bald überflüssig?
Frage: Wie viele Menschen braucht man, um Sex zu haben? Antwort: mindestens zwei. Bisher. Denn bald könnten wir alle Solisten sein. Die Technik macht es möglich.

Geniale Zukunftsversion oder digitaler Albtraum: Ist der Sex zwischen echten Menschen bald „out“? Ein Blick auf die neueste Entwicklung der Porno- und Erotikbranche verstärkt diesen Eindruck. Ein Beispiel: Harmony, ein sprechender Sexroboter. Die lebensechte Puppe steckt nicht nur voller Silikon, sondern auch Bits und Bytes.

Harmony ist in der Lage, Gespräche zu führen, schmutzige Witze zu erzählen und sogar eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln, die der Käufer vorher ausgewählt hat. So viel Technik hat natürlich ihren Preis. Mindestens 10.000 Dollar (rund 8.500 Euro) kostet das menschliche Sextoy.

Es ist doch ein verlockender Gedanke, die perfekte Traumfrau von der Haarfarbe bis zur Körbchengröße mit wenigen Klicks zusammenzustellen, oder? Wie können echte Frauen noch mithalten, wenn die Konkurrenz nicht altert, nie schlechte Laune hat und allzeit bereit ist? Muss sich der weibliche Teil der Bevölkerung Sorgen machen, irgendwann durch scheinbar überlegene Plastikkopien ersetzt zu werden? Naja, die Männer sollten sich nicht allzu beruhigt zurücklehnen: Es gibt auch männliche Versionen der Sexpuppen.

Noch scheint die Übernahme durch der Sexroboter Zukunftsmusik zu sein, da erstens die Technik bei Weitem noch nicht perfektioniert ist und zweitens die bisher verfügbaren Modelle extrem kostspielig sind. Günstiger kommt man mit einer VR-Brille weg.

Virtual Reality spielt in unserem Alltag eine wachsende Rolle – und natürlich hat auch die Pornobranche die Potenziale der digitalen Realität entdeckt. So haben laut einer aktuellen Untersuchung rund 60 Prozent aller VR-Seiten im Internet einen erotischen Inhalt. Diese Beobachtung deckt sich mit den User-Suchanfragen: „VR porn“ ist vor „VR games“ und „VR videos“ der meistgegoogelte Virtual Reality-Begriff. Wir Menschen sind halt doch ziemlich einfach gestrickt.

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Foto: JOYclub/Chris Marten Photography

Die Erotik-Community JOYclub hat vor kurzem einen interessanten Einstiegs-Guide für VR-Jungfrauen erstellt sowie einen Ausblick in die Zukunft der VR-Pornos gegeben: Fakt ist, dass der User trotz Virtual Reality (noch) passiv an dem Geschehen beteiligt ist, heißt: Für die Stimulation muss er oder sie noch selbst Hand anlegen. Ein erster Schritt um weitere Sinne in das Erlebnis einzubinden, ist Sexspielzeug, das sich mit dem VR-Porno synchronisieren lässt. Interaktiver soll die Beziehung zum digitalen Lover aus der Brille in den nächsten Jahren allerdings nicht werden.

Zumindest nicht für die breite Masse. Wer seinen VR-Sexpartner in vollen Zügen genießen möchte, muss auch für dieses Erlebnis tief in die Tasche greifen. Damit das Liebesspiel möglichst real wirkt, müsste sich der User mit Gadgets im Wert von mindestens 10.000 Dollar ausstatten. Diese ergänzen den visuellen Aspekt des VR-Pornos mit Gerüchen sowie körperlichen Stimulationen. Die Vorstellung, erst stundenlang aufzubauen, bevor es zur Sache geht, ist zudem auch ziemlich abtörnend. Spontan geht anders. 

Wie es aussieht, sind Maschinen und Technik – vorerst – keine Alternative zum echten Sex, können aber eine Abwechslung bei der Selbstbefriedigung sein. Neugierig geworden? JOYclub hat auf der Straße Leute mit  VR-Pornos konfrontiert. Und so haben sie das Erlebnis reagiert:

In der JOYclub-Community kannst du doch mit anderen über VR Porn und viele andere interessante Themen austauschen.

Foto: JOYclub/Chris Marten Photography